Berlin ist Musik – und die Musiker machen wir ! 

Meine Rede bei der Großen DEMO des DGB am 1. Mai 2017 vor dem Brandenburger Tor

( Es gilt das gesprochene Wort )

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Gäste, Berliner, Besucher, Mitstreiter,

Die Losung ist heute: Wir sind viele. Wir sind eins.

Und was uns eint, ist das Ringen um gute Arbeit, um gute Arbeitsergebnisse für Berlin, für die Bezirke !

Aber auch um gute Arbeitsbedingungen. Und ich freue mich, nach dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller auch in Verantwortung für die Kommunalpolitik in den 12 Bezirken sprechen zu können. Mein Name ist Juliane Witt, ich bin die Bezirksstadträtin für Kultur, Soziales und Bauen in Marzahn-Hellersdorf und es ist mir eine große Ehre, heute zu Euch, zu Ihnen, sprechen zu dürfen – um Euch und uns in unserem Kampf zu ermutigen!

KULTUR ist City, Kultur ist Vielfalt, KULTUR ist hip – auch das, was in den Bezirken geschieht.

Als Stadträtin für Kultur, Soziales und Bauen weiss ich, dass in JEDEM der Ämter Personalnot herrscht. Warum ? Nicht weil die Mitarbeiter der Berliner Verwaltung alle krank werden, wie gerne kolportiert wird, auch hängt es nicht an den Personalbereichen und noch weniger an unserem Personalrat, der uns mit Rat und Tat unterstützt. Dafür an der Stelle auch DANK.

Es hängt daran, dass nicht bereits 2012-13 erkannt wurde, dass der VZÄ Abbau, der Personalabbau gestoppt werden muss, dass die Ära Sarrazin zu Ende ist und nun mit Zuzug und Dynamik – ob Wohnungsbau oder Kultur – auch diejenigen, die die Leistungen in der Hauptstadt erbringen, wieder unterstützt werden müssen.

Es ist gut, dass Rot-Rot Grün jetzt den Umschwung geschafft haben, dass nun in 2017 der Personalaufbau wieder läuft und dass der Motor der Stadt wieder angeschoben wird. Leicht ist das nicht !

Ich möchte Euch an der Stelle auch die herzlichen Grüße und solidarischen Wünsche auch der weiteren KULTUR- Stadträte und Kommunalpolitiker  überbringen. Konkret darf ich zu Euch sprechen, weil ich im Sommer 2016 die erfolgreiche Kampagne

“20 Prozent” mit erdacht habe, die nun der Landesmusikrat und die Musikschulen genial umgesetzt haben

und die wir ( viele und gemeinsam ) bis in den Koalitionsvertrag mit verhandelt haben.

Einige werden sich erinnern: fast jeder Politiker ließ sich mit unserer Postkarte fotografieren. Wobei es bei den 20 % nicht allein um feste Stellen geht, oder um ein quantitatives Thema, sondern es auch um Nachhaltigkeit, Kontinuität in der Bildung und um QUALITÄT !

Ich war selbst bei den Koalitionsverhandlungen beteiligt und weiss, dass das Thema Kultur in den Bezirken einen hohen Stellenwert hat und haben muss. Kultur ist keine Nebensache, keine Feierabendunterhaltung nach dem Ernst des Tages und kein schmückender Standortfaktor, um die Immobilien besser zu vermarkten. Kunst sind Lebenssinn und viele Menschen halten in Berlin genau dieses Thema auf der Bühne – viele auch in prekären Arbeits Verhältnissen.

Kultur ist BILDUNGSAUFTRAG,  um eben die Werte unserer Gesellschaft jenseits vom Händeschütteln zu VERHANDELN !

Wir kämpfen gemeinsam um 20 % Festanstellungen in unseren kommunalen Musikschulen! Und für gute, feste Arbeitsverträge für jene, die seit Jahren sich nur noch von Honorar zu Honorar hangeln.

Das ist keine Vision, sondern das nötige, dringende und unverzichtbare Umdenken nach jahrelangem Sparzwang und der Illusion, Berlin würde schrumpfen und wir bräuchten für unsere 4 Schulen nur einen Hausmeister. Der ist jetzt auch schon weg…

Das GEGENTEIL IST DER FALL. Wir brauchen Bauleiter, Sozialarbeiter UND Musikschullehrer und Lehrerinnnen !

Und die Musikschullehrer sind nicht weg, einige aus den verschiedenen Bezirken stehen hier im wahrsten Sinne des Wortes hinter mir, andere sind hier im Publikum und ALLE  haben jahrelang genau das getan, was ihre Profession, ihre Herz und ihreKompetenz  von ihnen verlangt: jungen Menschen eine Zukunft geben.

Das bedeutet auch: Berlin eine Zukunft geben ! Denn was nützen die schönsten und modernsten Bühnen, wenn wir keine Menschen haben, die auf ihnen den Zauber der Musik verstehen und Menschen, die eine solche Begabung entdecken und fördern. Gerade auch bei denen, die nicht mit dem Klavier im Zimmer aufwachsen, sondern deren schwierige Verhältnisse eine besondere Förderung brauchen. Und ich danke allen, die diese tolle Arbeit leisten, die mit ihrer Erfahrung die Fähigkeiten entdecken, erspüren – wo es Sinn macht, auch die Geige in die Hand zu nehmen, die Eltern ermutigen und wo man vielleicht auch mit den Nachbarn sprechen muss…

Wir fordern gemeinsam, Musiklehrer, Musikfreunde, Eltern, ALLE Stadträte  ( und auch der KULTURSENATOR Klaus Lederer ist an unserer Seite ) vom Finanzsenator und den Politikern, die im Abgeordnetenhaus den Haushalt umsetzen und damit auch das wichtigeste Material, die KOALITIONSvereinbarung: Wir fordern, dass die 20 % aus dem KOA Vertrag umgesetzt werden.

Wir fordern ( und haben das diese Woche auch in einem gemeinsamen Schreiben aller StadträtInnen zum Ausdruck gebracht )

184 feste Stellen, die zumindest ansatzweise der jahrelangen Unsicherheit an Ende bereiten.

Und: wir fordern eine passende, realistische Umsetzung. Das Aktuelle Angebot auf Arbeitsebene ist eben noch nicht überzeugend. Und ich möchte Euch ermutigen, der Kulturverwaltung der Rücken zu stärken.

Wir SIND viele. Was uns eint ? Das Ringen um gute Arbeitsbedingungen. Das Kämpfen um Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit.

Für die Metropole – aber auch für die Bezirke ! Ich bin sehr froh, mit Heiko Glawe und Doro Zinke da feste Mitstreiter /innen an unserer Seite zu haben, die uns und den Landesmusikrat jederzeit unterstützen !

Ihr könnt auf mich zählen, wie auch ich mich auf Euch verlasse !

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